
Risikomanagement operationeller Risiken
Regulatorische Berücksichtigung unternehmens-interner Risiken nach Solvency II und MaRisk VA
Mit der MARisk VA soll die Versicherungswirtschaft rechtzeitig und angemessen auf Solvency II vorbereitet werden. Auf europäischer Ebene führt das Solvency II-Rahmenwerk analog zum Basel II-Rahmenwerk ein dreigliedriges System zur Abbildung aller Risiken der Assekuranz ein. Das Rahmenwerk umfasst Mindestanforderungen an das Solvenzkapital (Säule I), das aufsichtsrechtliche Überprüfungsverfahren (Säule II) sowie Offenlegungsanforderungen (Säule III).

Die BaFin räumt in der Ende Januar 2009 erschienenen MaRisk VA Versicherungsunternehmen einen flexiblen Rahmen für die Ausgestaltung des eigenen Risikomanagements ein. Grundlage hierfür sind die §§ 104s VAG und der am 1. Januar 2009 in Kraft getretene § 64a VAG. Die Verordnung konkretisiert den § 64a VAG und stellt somit auf die Einrichtung angemessener unternehmensinterner Leitungs-, Steuerungs- und Kontrollprozesse aller eingegangenen Risiken ab. Mit Inkrafttreten des § 64a VAG werden erstmals auch operationelle Risiken zu berücksichtigen sein.
Operationelle Risiken
Operationelle Risiken definieren potentielle Verluste, die in Folge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder in Folge von externen Ereignissen eintreten. Sowohl nach Solvency II als auch nach MaRisk VA sind operationelle Risiken im Risikomanagementprozess explizit zu erfassen und zu berücksichtigen sowie gemäß Solvency II mit Solvenzkapital zu unterlegen und in ihrer Struktur offen zu legen.
Mindestanforderungen an das Risikomanagement
Die Bestimmungen der MaRisk VA sind unter Berücksichtigung der Proportionalität von allen Versicherungsunternehmen unabhängig von dem gewählten OpR-Ansatz adäquat umzusetzen. Versicherer, die gemäß Säule I (partielle) interne Modelle zur Herleitung des OpR verwenden, müssen eine Ereignisdatenbank und Szenarioanalysen implementieren. Unabhängig von dem gewählten Ansatz sind gemäß MaRisk VA folgende Anforderungen an das Risikomanagement umzusetzen:
- Definition einer Risikostrategie, die Art, Umfang und Zeithorizont aller Geschäfte und der damit verbundenen Risiken berücksichtigt;
- Implementierung eines geeigneten internen Kontroll und Steuerungssystems;
- Festlegung eines der Risikostrategie angemessenen Limitsystems und eines Risikotragfähigkeitskonzeptes;
- Definition von Prozessen, die basierend auf der Risikostrategie eine Risikoidentifikation, -analyse, -bewertung, -steuerung und -überwachung enthalten
- Bereitstellung aussagefähiger Risikoberichte.
Operational Risk Center
Das Operational Risk Center (ORC-VU) ist eine dezentrale, webbasierte Anwendung unseres Kooperationspartners interexa AG, die eine praxisorientierte Umsetzung unternehmensindividueller Steuerungsphilosophien ermöglicht. Als modular aufgebaute, vielfach erprobte Standardlösung für das Controlling- und Management operationeller Risiken hat sich ORC-VU wiederholt bewährt. Als Standardprodukt verfügt ORC-VU über eine langjährige Historie aus über 30 Projekten im deutschen Finanzsektor und ist ausgewiesener Marktführer in diesem Segment.
Standardfunktionalitäten des Operational Risk Center
Die im folgenden beschriebenen ORC-VU-Module lassen sich einzeln oder auch kombiniert implementieren.
- Ereignisdatenbank. ORC-RE (Risiko-Ereignisse) sichert eine strukturierte Erfassung von Risikoereignissen gemäß den Anforderungen der Aufsicht und dient als Ausgangspunkt für die Risikomessung.
- Self Assessment. ORC-RC (Risiko-Checkpoints) anhand von qualitativen Fragenkatalogen werden Aussagen über potentielle Risikoquellen und mögliche zukünftige Verluste erstellt.
- Risikoszenarien. ORC-RS ermöglicht Prognosen über die künftige Entwicklung operationeller Risiken.
- Risikoindikatoren. ORC-RI versetzt das Management in die Lage, frühzeitig auf Veränderungen im Risikoprofil des Unternehmens zu reagieren.
- Risikoanalyse und Reporting. ORC-RA ermöglicht die zeitnahe Versorgung mit aussagekräftigen Risikoinformationen für ein leistungsfähiges Reporting.
- Risikomaßnahmen. ORC-RM unterstützt den Prozess der Steuerung von Maßnahmen zur Risikobewältigung und Absicherung.
Kernkompetenzen der SKS
SKS ist Kompetenzträger und Servicepartner für die Zusammenführung von kundeneigenen Datensammlungen und externen Datenquellen in eine Ereignisdatenbank für operationelle Risiken. SKS unterstützt die Entwicklung von Risikotragfähigkeitskonzepten und die zur Risikoüberwachung erforderlichen Prozesse. Daneben stellt SKS kundenspezifische Lösungen zur Strukturierung wesentlicher Risiken bereit.
Ansprechpartner
Für weitere Informationen zu unserem Produkt wenden Sie sich bitte an folgende Ansprechpartner:
Dr. Guido Golla
Telefon: 0163/561 36 70
E-Mail: guido.golla@sks-ub.de
Jörg Wienhold
Telefon: 0163/360 17 07
E-Mail: joerg.wienhold@sks-ub.de
